Alexander Leipold: Traum-Reise China
Wer kennt schon Shan-Li?! Alexander Leipold kannte ihn nicht. Aber er wusste, dass er ihn kennen lernen will. „Ich möchte nach China ins Kloster zu den Shaolin-Mönchen“, wünschte sich Alexander Leipold, als ihn Deutschlands beste Sportler in Tabarka zum CHAMPION DES JAHRES 2003 gewählt hatten. Sein Traum klang verrückt. Sein Traum wurde wahr. Dank Shan-Li!
„Ich hatte mir diese Reise zu den Shaolin Mönchen gewünscht, weil die letzten vier Jahre für mich sehr stressig waren“, so Leipold. Seit den olympischen Spielen 2000 in Sydney war er praktisch im Dauerstreß: Hatte Gold gewonnen, verlor die Medaille aber wegen vermeintlichen Dopings wieder. 2003 erlitt er dann in kurzer Zeit drei Schlaganfälle. „Ich wollte unbedingt mal abschalten und ohne Handy meine Gedanken sortieren. Und dieser Traum ist absolut in Erfüllung gegangen“, schwärmt Alexander Leipold nach der Zeit mit Shan-Li.
Seit sechs Jahren lebt Shan-Li im Shaolin-Kloster in Dengfeng. Er ist der erste Europäer, der erste Deutsche, der so lange bei den Mönchen geblieben ist. Mit 16 kam Shan-Li aus Leipzig nach China. Und blieb! Seitdem schläft er auf einer Holzpritsche in einem Zimmer ohne Heizung. Im Winter hängen gerne mal die Eiszapfen von der Decke und fällt der Strom tagelang aus. Duschen ist Luxus.
Vier Tage lang lebte Alexander Leipold hier. Der Ausnahme-Ringer trainierte und meditierte mit Shan-Li, wohnte statt im Hotel bei dem 22-Jährigen. „Ich habe die Zeit genossen. Es war absolutes Glück, dass wir ihn getroffen haben und unheimlich beeindruckend“, so der CHAMPION DES JAHRES: „Shan-Li hat mir die Philosophie der Mönche erklärt. Und mir einige Übungen gezeigt, die ich auch in mein Ringer-Training übernehmen kann.“ Erster Vorsatz: „Ich werde deutlich früher aufstehen. Das hilft mir, mich besser auf mich zu konzentrieren.“
Vermisst hat Alexander Leipold in den Tagen im Kloster nichts, er hätte es wohl auch einen Monat ausgehalten. Klingt verrückt – ist aber so. „Es müssen nicht immer 4-Sterne-Hotels sein. Im Trainingslager sind 4-Mann-Zimmer oder Toiletten auf dem Gang normal für uns“, erzählt er beim Frühstück. Shan-Li und Alexander sitzen vor dem Kloster in einem Zelt.
Vor dem Zelt gibt‘s aus der Kühltruhe Cola in Dosen und Wasserflaschen. Für rund 30 Cent. Der Boden ist aus Lehm, das Zeltdach löchrig. Der Tisch klebt. Seit Generationen wird hier gekocht. Töpfen, Geschirr und Wasserkannen sieht man das an. Doch hier gibt‘s das beste Frühstück in China. Mit Stäbchen picken Shan-Li und sein Schüler den Rest Ei und Tomate vom Teller. Deutsche Touris essen hier nicht.
Die Touristen traf Alexander dafür in Peking, Xian und Shanghai – die Stationen der Rundreise vor und nach dem Klosterbesuch. Gebecco hatte dem CHAMPION DES JAHRES im Auftrag von ROBINSON und smart eine perfekte Reiseroute gebastelt: Platz des himmlischen Friedens und Verbotene Stadt in Peking, Chinesische Mauer (O-Ton Leipold: „Granatenhaft gigantisch!“), Terakotta-Armee. Und mit 430 Stundenkilometern raste Alex mit dem Transrapid durch Shanghai.
Leipolds Fazit ehe die Lufthansa-Maschine vom chinesischen Boden abhob: „Es war sehr spannend, sehr beeindruckend, sehr phänomenal!“ |